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Trierer Experten-Konsortium auf Seminarreise im Reich der Mitte

von Matthias Fuchs, veröffentlicht am 27. Januar 2014

Export von Passivhaus/Green-Building-Wissen nach China

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Trier. Das Trierer Green-Building-Projektkonsortium bestehend aus der Handwerkskammer Trier (HWK), dem Unternehmen BFT (Trier) und der Europa- und Innovationscentre GmbH Trier GmbH (EIC) hat kürzlich eine Seminarreise ins Reich der Mitte durchgeführt und in Shanghai sowie Nanjing Green-Building-Seminare abgehalten und Kooperationsgespräche mit Partnern vor Ort geführt. In Zusammenarbeit mit der Auslandshandelskammer (AHK) Shanghai fand am 15. Januar 2014 in den Räumlichkeiten des German Energy Center & College (GECC) vor 35 interessierten Teilnehmern aus der Bau,- Bauzulieferindustrie, der Architektur- und Designbranche ein Green-Building-Kompakt-Seminar statt. Der Referent, Herbert Bee, (BFT) ging in seinem Vortrag unter anderem auf die Besonderheiten bei der Anwendung deutschen Green-Building-Wissens auf die chinesischen Verhältnisse ein. Entscheidend für den Erfolg in China sei insbesondere auch, die unterschiedlichen klimatischen Gegebenheiten zu berücksichtigen und beim Bau von Passivhäusern auf Materialien zurückzugreifen, die der chinesische Markt bereits vor Ort bereitstellen könne. Karel Kriz (HWK) betonte in seinem Vortrag die Bedeutung der dualen Berufsausbildung nach deutschem Vorbild, um bauliche und technische Mängel künftig in China minimieren zu können. Das Konsortium setzte seine Seminarreise mit einer Vortragsveranstaltung an der Nanjing University (School of Architecture and Urban Planning) fort. Hier wurden auch Vereinbarungen für eine künftige Zusammenarbeit besprochen.
Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch in der südchinesischen Stadt Shenzhen (Provinz Guangdong). Die deutsche Delegation besichtigte hier unter anderem eine “Low-Carbon-Siedlung” und stellte auf Einladung des renommierten Institute of Building Research (IBR) die deutsche Projektkonzeption in Anwesenheit der Institutsleitung vor. Eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft wurde mit dem IBR vereinbart.

Hintergrund:
Im Rahmen des vom Bundesbildungsministeriums (BMBF) geförderten Projekts „Weiterbildung zum Passivhaus/Green-Building-Experten in China" sollen chinesische Fachleute zum Green-Building-Experten geschult werden. Das Ziel des Verbundprojektes ist der Aufbau eines deutsch-chinesischen Vertriebsweges zum Export der Qualifizierungsmaßnahme Passivhaus/Green-Building-Experte“ von Deutschland nach China. Im vergangenen Jahr nahm das deutsche Projektkonsortium an der “Green Building Conference” in Beijing teil und führte in den Räumlichkeiten des China Institute of Building Standard Design & Research (CIBSDAR) vor rund 60 Fachingenieuren einen Green-Building-Kompaktkurs erfolgreich durch. Ferner wurde vor Ort ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Im Gegenzug war eine Delegation des CIBSDAR im vergangenen Mai in Trier zu Besuch. Das Projekt soll die bereits bestehenden Partnerschaften zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der chinesischen Provinz Fujian sowie die Partnerschaften der Stadt Trier und der Universität Trier (Fach Sinologie und Konfuzius-Institut an der Universität Trier) mit der Stadt und der Universität Xiamen (Provinz Fujian) nutzen. Darüber hinaus ist das Konsortium in anderen Städten und Provinzen der Volksrepublik in der Zusammenarbeit mit Institutionen und Gremien aktiv. Beabsichtigt ist auch, kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region Trier, den Zugang zum chinesischen Markt zu erleichtern. Mit der beabsichtigten Markterschließung sollen mittelfristig neue Arbeitsplätze bei deutschen Herstellern von Passivhaus/Green-Building-Komponenten in der Region entstehen.

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